Normannischer Kleiderschrank aus dem 19. Jahrhundert in Montebourg
Norman Garderobe „Rosen und Trauben“
Eines der gelungensten Beispiele normannischer Regionalmöbelkunst. Ein Hochzeitsschrank, in dem die architektonische Kraft des Montebourg-Modells mit einer symbolischen Skulptur vereint ist, die Vereinigung, Fülle und familiäre Kontinuität feiert.
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Beschreibung
Norman Garderobe „Rosen und Trauben“
Normannische Hochzeitsgarderobe, Modell Montebourg.
Geschnitzte Eiche, Messingbeschläge.
Normandie, Frankreich, 19. Jahrhundert.
Höhe: 231 cm.
Breite: 172 cm.
Tiefe: 56 cm.
Gewicht: ca. 90 kg.
Zustand: Die Struktur wurde von einem professionellen Schreiner geprüft, ist sofort einsatzbereit.
Expertise im Bereich der Quellenangabe (Dokument wird aufbewahrt).
Der normannische Kleiderschrank aus dem 19. Jahrhundert zählt zu den bekanntesten Kreationen französischer Regionalmöbel. Diese Möbelstücke nahmen einen besonderen Platz im Familienleben ein und waren traditionell Teil der Aussteuer einer Braut. Konzipiert für Generationen, bildeten sie oft das Herzstück des Hauses, ein Symbol für Stabilität, Wohlstand und Erbe.
Die normannische Tradition zeichnet sich durch ihre bemerkenswerte regionale Vielfalt aus. Fast jede Region oder jeder Kanton hatte seine eigenen Vorbilder, erkennbar an ihren Proportionen, ihrer Architektur und ihrem Dekor. Fachleute können die Erzeugnisse des Cotentin, des Pays d'Auge, von Avranches und Montebourg leicht unterscheiden. Dieser Schrank gehört eindeutig zur Montebourg-Tradition, die für den Reichtum ihrer Schnitzereien und die Kraft ihrer architektonischen Komposition berühmt ist.
Die Skulpturendekoration ist um zwei Symbole herum angeordnet, die tief in der normannischen Volkskultur verwurzelt sind: die Rose und die Weintraube. Die Rose stand traditionell für familiären Zusammenhalt und Harmonie, während die Weintraube Fülle, Wohlstand und die Kontinuität der Familie symbolisierte. Diese Motive finden sich häufig auf Hochzeitsmöbeln, die zur Einweihung eines neuen Zuhauses bestimmt sind.
Die Schnitzereien zeichnen sich durch ihre Tiefe und Dichte aus. Trauben, Blätter und Blüten entfalten sich über das Gesims, die Türfüllungen und die untere Leiste und bilden ein harmonisches Dekorprogramm. Besonders bemerkenswert ist das abschließende Element: Im Zentrum steht ein Korb, der üppig von Frucht- und Pflanzenmotiven umgeben ist. Dieser ornamentale Reichtum ist eines der charakteristischsten Merkmale der Montebourg-Möbelkunst.
Das Möbelstück ist aus massiver Eiche gefertigt, einem traditionellen Material normannischer Werkstätten. Seine Konstruktion basiert auf einem alten System der zerlegbaren Montage, das ganz ohne Nägel auskommt. Diese Technik ermöglichte den einfachen Transport großer Möbelstücke von einem Haus zum anderen oder von einem Dorf zum anderen – ein entscheidender Vorteil im ländlichen Leben des 19. Jahrhunderts. Dies ist auch einer der Gründe, warum so viele normannische Kleiderschränke bis heute erhalten geblieben sind.
Die Inneneinrichtung spiegelt die praktische Funktion dieser Möbelstücke wider. Neben Fächern für Bettwäsche und Kleidung verfügt der Kleiderschrank über ein kleines, abschließbares Fach zur Aufbewahrung von Wertsachen, wichtigen Dokumenten oder den Ersparnissen der Familie. Diese diskreten Details erinnern daran, dass der Kleiderschrank auch als Aufbewahrungsort für das Hab und Gut des Haushalts diente.
Das 19. Jahrhundert gilt als die Blütezeit regionaler französischer Möbel. Lokale Werkstätten pflegten die Formen vergangener Jahrhunderte und bereicherten deren Verzierungen mit immer aufwendigeren Schnitzereien. Normannische Kleiderschränke zählen zu den herausragendsten Beispielen dieser Tradition und vereinen häusliche Funktionalität, regionale Identität und familiäre Symbolik.
Weitere Informationen
| Gewicht | 90 kg |
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