Paar böhmische Rokokovasen
390,00 €
Paar Vasen in den Farben „Schokolade und Rosa Vergissmeinnicht“
An der Schnittstelle von dekorativer Skulptur und Kunstkeramik veranschaulicht dieses Paar die Raffinesse der böhmischen Steingutkunst des späten 19. Jahrhunderts. Reichhaltiges Relief, dynamische Silhouette und subtile Farbpalette vereinen sich zu einer Komposition von großer künstlerischer Kohärenz.
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Beschreibung
Paar Vasen in den Farben „Schokolade und Rosa Vergissmeinnicht“
Steingut, Reliefprägung, bemalte Dekoration, polychrome Glasur.
Böhmen, Fabrik Wilhelm Schiller & Söhne, Ende des 19. Jahrhunderts.
Bodenbach (heute Děčín), Österreich-Ungarn.
Marken: BW, Modell Nr. 1952, Nummer 8.
Abmessungen: Höhe jeweils 35 cm.
Zustand: ausgezeichneter Zustand, keine Restaurierung.
Dieses Vasenpaar, gefertigt vom renommierten böhmischen Hersteller Wilhelm Schiller & Söhne auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft, gehört zur historistischen Bewegung, die die europäische dekorative Kunst des späten 19. Jahrhunderts prägte. Keramiker jener Zeit griffen bereitwillig auf die Formensprache des Rokoko und Barock zurück, um neue, durch ornamentalen Reichtum und künstlerische Freiheit gekennzeichnete Formen zu schaffen.
Die Silhouette der Vasen basiert auf einem dynamischen Zusammenspiel von Volumen und asymmetrischen Linien. Die Korpusse sind fast vollständig mit einem Hochreliefdekor bedeckt, das aus Rokaille, Voluten, Kartuschen und stilisierten Pflanzenmotiven besteht, die sich frei über die Oberfläche entfalten. Die Ornamentik wirkt nicht wie ein bloßes Dekorationselement, sondern wie eine natürliche Erweiterung der Form selbst.
Die Dekoration zeichnet sich zudem durch ihre besonders harmonische Farbpalette aus. Die schokoladenbraune Glasur verbindet sich mit cremefarbenen Reliefs und zarten Rosatönen, die die Komplexität der Modellierung unterstreichen. Diese Farbkombination ist charakteristisch für bestimmte künstlerische Arbeiten Bodenbachs am Ende des 19. Jahrhunderts und zeugt vom ständigen Streben nach einem ausgewogenen Verhältnis von Farbe, Licht und Relief.
Die 1859 gegründete Manufaktur Wilhelm Schiller & Söhne entwickelte sich zu einem der führenden Zentren für künstlerische Keramik in der österreichisch-ungarischen Monarchie. Ihre für ihre hohe Verarbeitungsqualität und originellen Entwürfe bekannten Produkte wurden in ganz Europa vertrieben.
Unterhalb jeder Vase befinden sich die Marken „BW“, die Formnummer „1952“ und die Nummer „8“. Dieses Kennzeichnungssystem ist charakteristisch für den Hersteller. Die Formnummer entspricht dem verwendeten Modell, während die zusätzlichen Nummern Variationen in Dekoration oder Ausführung kennzeichnen. Die Kombination aus stilistischen Merkmalen und Markierungen erlaubt es uns, dieses Paar mit hoher Wahrscheinlichkeit Wilhelm Schiller & Söhnen aus dem späten 19. Jahrhundert zuzuordnen.
Was diese Vasen besonders auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, Skulptur und dekorative Kunst in einem einzigen Werk zu vereinen. Sie werden nicht als bloße Behälter wahrgenommen, sondern als wahre Kunstwerke, in denen Form, Relief und Farbe eine untrennbare Einheit bilden. Die für den Historismus des 19. Jahrhunderts charakteristische reiche Plastizität verbindet sich mit einer eindrucksvollen Lebendigkeit der Silhouette. Dadurch wirken diese vor über einem Jahrhundert geschaffenen Stücke auch in modernsten Räumen noch einzigartig und ausdrucksstark.
Weitere Informationen zur Porzellanmanufaktur Royal Dux in Böhmen – über den folgenden Link:
https://www.majolicasociety.com/wilhelm-schiller/
Weitere Informationen
| Gewicht | 2,7 kg |
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