Meiji-japanische Porzellanschale

750,00 €

Gericht „Subtile Welt“

Ein charakteristisches Beispiel japanischer Porzellankunst aus der Meiji-Zeit, in der die genaue Beobachtung der Natur zum Gegenstand künstlerischer Betrachtung wird. Durch das ungewöhnliche Motiv von Spinnennetzen und Insekten drückt diese Schale eine der zentralen Ideen japanischer Ästhetik aus: die Schönheit in den zerbrechlichsten und vergänglichsten Phänomenen der belebten Welt zu entdecken.

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Beschreibung

Gericht „Subtile Welt“

Porzellan, polychrome Unterglasurmalerei, transparente Glasur.

Japan, Meiji-Zeit (1868–1912), um 1900.

Durchmesser: 37,5 cm.

Zustand: ausgezeichneter Zustand.

Zuschreibungsexpertise (Dokument im Besitz).

Die Meiji-Zeit markierte eine Periode tiefgreifender Erneuerung in der japanischen Kunst. Unter Beibehaltung der überlieferten ästhetischen Prinzipien erforschten die Künstler neue dekorative Lösungen und entwickelten eine besondere Sensibilität für die subtilsten Erscheinungsformen der Natur. Dieses Gericht ist ein typisches Beispiel für diese künstlerische Auseinandersetzung.

Die Komposition basiert auf mehreren Spinnennetzen, die sich über die gesamte Fläche erstrecken. Ihre feinen, in rötlich-braunen Tönen gemalten Fäden bilden ein komplexes grafisches Netzwerk, in dem kleine blaue Insekten erscheinen. Der Künstler verzichtet bewusst auf spektakuläre oder erzählerische Motive und konzentriert sich stattdessen auf ein kaum wahrnehmbares Fragment der Natur.

Diese Szene besticht durch ihre Präzision und Leichtigkeit. Sie vermittelt einen Eindruck von Bewegung, Geheimnis und natürlicher Zerbrechlichkeit. Die strahlenförmigen Strukturen der Leinwände evozieren sowohl eine beobachtete Realität als auch eine beinahe abstrakte, dekorative Komposition, die auf dem Rhythmus der Linien und dem Gleichgewicht der Leerräume basiert.

Die Stärke des Werkes liegt auch in seiner Farbgebung. Der Kontrast zwischen blauen und rötlich-braunen Tönen, zwischen kühlen und warmen, suggeriert eine Form des Gleichgewichts, vergleichbar mit dem Prinzip von Yin und Yang. Diese Dualität verstärkt die symbolische Tiefe der Komposition und steht im Einklang mit dem Streben nach Harmonie, das einen Großteil der japanischen Kunst des späten 19. Jahrhunderts prägte.

Solche Darstellungen nehmen einen besonderen Platz in der japanischen visuellen Kultur ein. Sie vermitteln eine Ästhetik ephemerer Schönheit, die tief in der Sensibilität der Künstler der Meiji-Zeit verwurzelt ist, für die selbst die bescheidensten Erscheinungen der Natur Gegenstand von Kontemplation und Reflexion werden konnten.

Die Rückseite trägt die kalligrafische Signatur des Künstlers.

Dieses Gericht ist nicht bloß dekorativ: Es ist ein authentischer Ausdruck japanischer Kunstempfindung während der Meiji-Zeit. Es veranschaulicht eine der Grundideen dieser Ästhetik, der zufolge Schönheit aus dem Gleichgewicht von Linie, Farbe und Negativraum entsteht.

 

Weitere Informationen – über den unten stehenden Link:

https://fr.wikipedia.org/wiki/C%C3%A9ramique_japonaise

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