Dimitri Chiparus Art-Deco-Skulptur
„Junges Mädchen füttert Ziegen“ – Dimitri Chiparus
Diese in Chiparus’ Werk seltene pastorale Komposition verlässt die Welt der Tänzer und der Bühnenexotisierung, um das Thema der Harmonie zwischen Mensch und Natur zu erkunden. Das im Künstlerkatalog aufgeführte Werk veranschaulicht auf elegante Weise die Balance zwischen der Raffinesse des Art déco, der meisterhaften Linienführung und der Qualität der französischen Chryselephantine-Skulptur der 1920er-Jahre.
- Beschreibung
Beschreibung
Art-Deco-Chryselephantine-Skulptur von Dimitri Chiparus
"Junges Mädchen füttert Ziegen"
Frankreich, Paris, um 1920
Materialien: Metall (Zinnmetall), grüne und goldene Patina; Elfenbein; Onyxsockel
Signatur: DH Chiparus auf dem Sockel
Abmessungen: Länge 85,5 cm; Höhe 47 cm
Zustand: nahezu ausgezeichnet (kleine Absplitterung am Steinsockel)
Expertise im Bereich der Quellenangabe (Dokument verfügbar)
Katalogreferenz: Modell aufgeführt im Chiparus-Katalog (S. 21).
Unter den Werken von Dimitri Chiparus sind pastorale Kompositionen weitaus seltener als die berühmten Tänzerinnen, Theaterfiguren und exotischen Motive, die den Künstler zu einer Ikone des Art déco machten. Das Modell „Junges Mädchen füttert Ziegen“ nimmt daher einen besonderen Platz in seinem Schaffen ein. Das Interesse des Bildhauers liegt hier nicht im szenischen Effekt, sondern im Thema der Harmonie zwischen Mensch und Natur, ausgedrückt durch eine klare und ausgewogene Komposition.
Die Komposition basiert auf dem Zusammenspiel verschiedener Rhythmen. Die schlanke Gestalt des jungen Mädchens bildet die vertikale Hauptachse, während die Bewegungen der Tiere ein Netz lebendiger Linien am unteren Rand des Ganzen erzeugen. Der Girlande verbindet die verschiedenen Elemente zu einem stimmigen Ganzen und verknüpft sie formal wie symbolisch. Diese Gestaltung verleiht dem Werk eine bemerkenswerte Ausgewogenheit, in der Bewegung und Stille, Natur und Dekoration auf subtile Weise miteinander interagieren.
Dimitri Chiparus (1886–1947), der in Paris wirkte, zählt zu den bedeutendsten Meistern der Chryselephantinen-Skulptur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Werk gilt als einer der emblematischsten Ausdrucksformen der Art-déco-Ästhetik. Diese Komposition offenbart mit besonderer Deutlichkeit sein Streben nach klaren Konturen und ausdrucksstarken Linien – Qualitäten, die die französische dekorative Skulptur der 1920er-Jahre maßgeblich prägten.
Die Ausführung vereint Materialien, die für Chiparus' beste Werke charakteristisch sind: patiniertes Metall und Elfenbein für die sichtbaren Partien der Figur. Der Kontrast zwischen der leuchtenden Wärme von Gesicht und Händen und den tiefen Tönen des patinierten Metalls erzeugt einen Dialog der Materialien, der die skulpturale Präsenz des Ganzen verstärkt. Der Onyxsockel bildet eine solide visuelle Grundlage und vollendet die dekorative Ausgewogenheit der Komposition.
Die geprägte Signatur „DH Chiparus“ befindet sich auf dem Sockel. Die Veröffentlichung dieses Modells im Referenzkatalog des Künstlers (S. 21) ist ein wesentliches Element für seine Zuschreibung und ermöglicht die sichere Zuordnung zum authentifizierten Werk des Bildhauers.
Das um 1920 entstandene Werk fällt in Chiparus' Schaffensphase. Damals entwickelte sich seine persönlichste künstlerische Sprache, die die dekorative Raffinesse des Art déco mit einer außergewöhnlichen Meisterschaft in der Skulptur verband.
Die Seltenheit des pastoralen Sujets, die belegte Zuschreibung, das Vorhandensein des Modells im Werkverzeichnis des Künstlers und die hohe Ausführungsqualität verleihen dieser Skulptur einen besonderen Platz in Chiparus’ Schaffen. Sie veranschaulicht eindrucksvoll die Fähigkeit des Bildhauers, dekorative Skulpturen zu vollendeten Werken zu machen, in denen sich die Schönheit der Form mit der Fülle der Bedeutung und dem Zeitgeist vereint.































